Fürst zu Oettingen Spielberg'sche Verwaltung

geschichte

Zur Baugeschichte des Residenzschlosses Oettingen

Die Bedeutung der Stadt Oettingen ergibt sich als „Hauptstadt der Grafschaft und als „Residenzstadt" der Grafen. Zusammen mit den Hauptburgen Wallerstein, Baldern, Harburg, Flochberg und Alerheim bildete die Stadt das verwaltungstechnische und wirtschaftliche Gerüst der Grafschaft Oettingen. Ludwig XI. erhielt die Stammburg des Geschlechts. Später wurde das Gebäude das „untere Schloss" genannt. Es lag neben der katholischen Kirche und wurde um 1850 abgebrochen. Da seine Besitzer nach der Reformation zum evangelischen Glauben übergetreten sind, nannte man es auch das „evangelische Schloss". Sein Bruder Friedrich III. erhielt das zweitwichtigste herrschaftliche Objekt, nämlich das bisher gemeinschaftlich genutzte „Münzhaus". Das Münzhaus lag neben der später errichteten evangelischen Kirche St. Jakob und macht heute einen Teil des Schlossanbaus aus.

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Der Bau der Münzstätte im Schutze des Oberen Tores und der Stadtmauer dürfte bald nach der Verleihung des Münzrechtes 1393 durch König Wenzel an die Grafen Ludwig XI. und Friedrich III. erfolgt sein. Nach der Teilung der Stadt bot sich dieses bereits herrschaftliche Areal für Friedrich III. zur Errichtung eines zweiten gräflichen Schlosses in Oettingen an, das sich seit 1597 im Besitz der Linie Oettingen-Spielberg befindet.

Dieses „obere Schloss" wurde 1679 von Grund auf erneuert. Namhafte Künstler wurden dazu herangezogen und schufen ein Schloss im Stil des klassischen Barock. Als Baumeister wurde Mathias Weiß aus Kassel an den Hof geholt.

Die prächtigen Stukkaturen wurden von Mathias Schmuzer aus Wessobrunn gefertigt. Mit großem Aufwand und künstlerischem Gespür wurden die Innenräume gestaltet, überreicher Stuck, Gemälde, Porträts, Inventar und Mobiliar.